{"id":33185,"date":"2017-02-21T11:58:30","date_gmt":"2017-02-21T10:58:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nonnonanni.it\/de\/cosi-nonni-ricordano-carnevale\/"},"modified":"2017-03-15T11:31:24","modified_gmt":"2017-03-15T10:31:24","slug":"der-karneval-zur-zeit-unserer-grosseltern","status":"publish","type":"detto-dai-nonni","link":"https:\/\/www.nonnonanni.it\/de\/tipp-der-gro\u00dfeltern\/der-karneval-zur-zeit-unserer-grosseltern\/","title":{"rendered":"Der Karneval zur Zeit unserer Gro\u00dfeltern"},"content":{"rendered":"<p>Das farbenpr\u00e4chtigste und am\u00fcsanteste Fest des Jahres steht vor der T\u00fcr: <strong>Karneval<\/strong> mit seinen Masken, Scherzen und Leckereien. Wurde die f\u00fcnfte Jahreszeit schon immer so zelebriert?<\/p>\n<p>Die Geschichte dieses Festes ist alt. Erste Br\u00e4uche lassen sich bereits bei den Griechen und R\u00f6mern nachweisen Formen und Feierlichkeiten des Karnevals haben sich seitdem nat\u00fcrlich gewandelt.<\/p>\n<p>Wir brauchen das Rad der Geschichte jedoch nicht so weit zur\u00fcckzudrehen<strong>, denn auch die Traditionen und Braucht\u00fcmer<\/strong> <strong>zur Zeit unserer Gro\u00dfeltern sind heute fast schon in Vergessenheit geraten<\/strong>. Damals, als sie noch Kinder waren, konnten sie den Beginn der Faschingszeit kaum erwarten, war es doch die einzige Gelegenheit, bei der alle Dorfbewohner mit T\u00e4nzen, Ges\u00e4ngen und hausgemachten Speisen gemeinsam und ausgelassen feiern konnten.<\/p>\n<h2>\u00a0<\/h2>\n<h4>Wie hat man sich zur Zeit unserer Gro\u00dfeltern kost\u00fcmiert?<\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es versteht sich von selbst, dass die Verkleidungen unserer Gro\u00dfeltern stark von den heute \u00fcblichen Kost\u00fcmen abwichen. Nur wenige konnten es sich leisten, ein teures Kleid eigens f\u00fcr den Karneval zu kaufen!<strong> Kinder und Erwachsene verkleideten sich daher mit den zur Verf\u00fcgung stehenden Sachen, meist alte und ausgediente Kleidungsst\u00fccke<\/strong>. Eines der beliebtesten volkst\u00fcmlichen Br\u00e4uche war sicherlich der <strong>Rollentausch<\/strong>. Dabei schl\u00fcpften die Frauen in die Jacken und Hosen ihrer Br\u00fcder oder Gatten, w\u00e4hrend sich die M\u00e4nner mit Schals und R\u00f6cken kleideten. Wie es sich f\u00fcr jede Kost\u00fcmierung ziemt, die diesen Namen verdient, konnte nat\u00fcrlich auch die \u201c<strong>Schminke<\/strong>\u201d nicht fehlen. Mit einem anger\u00e4ucherten Korken wurden Barthaare und Schnurrbart ausgemalt und mit etwas Kohle nachgezogen.<\/p>\n<h2>\u00a0<\/h2>\n<h4>T\u00e4nze, Lieder und Scherze auf Stra\u00dfen und Pl\u00e4tzen<\/h4>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Der Karneval wurde vorwiegend auf den Stra\u00dfen und Pl\u00e4tzen von D\u00f6rfern und St\u00e4dten gefeiert:<\/strong> Volksges\u00e4nge, Sketche, Reime und T\u00e4nze belebten am Fastnachtsdienstag von fr\u00fch bis sp\u00e4t alle italienischen Stra\u00dfen. Was die Streiche und Scherze der Kinder und Erwachsenen zur Narrenzeit anbelangt, hatte jede Gegend Italiens ihre eigenen. In <strong>Neapel<\/strong> zum Beispiel gab es das <strong>Fest der &#8222;Pentolaccia&#8220;<\/strong>, bei dem ein Junge mit verbundenen Augen und einem Stock einen gro\u00dfen Topf voller Leckereien treffen und zum Kippen bringen musste, auf die sich dann die umstehenden Leute st\u00fcrzten; in der <strong>Basilikata<\/strong> wurde dagegen ein Fass als Mann zurechtgemacht, in das jeder etwas Wein schenkte, den dann alle mit hausgemachten Kuchen und in Begleitung der <strong>heiteren Melodie des \u201cMandacetto\u201d <\/strong>(einer Ziehharmonika) tranken. In <strong>Sardinien<\/strong> zogen <strong>verkleidete Kinder von Haus zu Haus, um die &#8222;Zipole&#8220; zu naschen\u201d<\/strong>, das typische Fettgeb\u00e4ck der sardischen K\u00fcche. In <strong>Bagolino<\/strong>, in der Provinz <strong>Brescia<\/strong>, belebten zwei charakteristische Narrenfiguren das Stra\u00dfenbild, die <strong>Balar\u00ec<\/strong> und die <strong>M\u00e0scher<\/strong>. Die ersten mit Seide und Schmuck herausgeputzt, die zweiten als Bauern verkleidet, inszenierten T\u00e4nze und Schauspiele w\u00e4hrend der gesamten Faschingszeit. In vielen St\u00e4dten wurden bereits Umz\u00fcge mit <strong>Karnevalswagen<\/strong> veranstaltet, nat\u00fcrlich in weitaus einfacherer Ausf\u00fchrung als heute, von denen maskierte Frauen und M\u00e4nner S\u00fc\u00dfigkeiten jeder Art auf die umstehenden Schaulustigen warfen.<\/p>\n<h2>\u00a0<\/h2>\n<h4>Traditionelle Geb\u00e4ckspezialit\u00e4ten<\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Geb\u00e4ck, das wir heute zur Karnevalszeit verzehren, wird nach Rezepten zubereitet, die bereits von fr\u00fcher bekannt sind: <strong>Krapfen und &#8222;Chiacchiere&#8220; entstammen einer althergebrachten kulinarischen Tradition<\/strong>, wobei die ersten schon im alten Rom unter dem Namen \u201c<em>frictilia<\/em>\u201d erw\u00e4hnt werden. Diese Delikatessen, bei deren Anblick in den Schaufenstern der Konditoreien uns heute das Wasser im Munde zusammenl\u00e4uft<strong>, wurden zu Kindheitszeiten unserer Gro\u00dfeltern noch zu Haus zubereitet<\/strong>.<\/p>\n<p>In jeder Region bekannt, <strong>hat dieses typisch in Fett ausgebackene Geb\u00e4ck je nach Gegend und \u00f6rtlichen Br\u00e4uchen eigene Formen und Bezeichnungen<\/strong>. Das wohl verbreitetste und beliebteste Geb\u00e4ck in der Fastnachtszeit sind zweifellos die <strong>Chiacchiere<\/strong>, wie sie in den meisten italienischen St\u00e4dten hei\u00dfen. <br \/>\n <strong><em>Warum aber der Name Chiacchiere?<\/em><\/strong> Traditionsgem\u00e4\u00df ist es w\u00e4hrend der Karnevalszeit erlaubt, frei von der Leber und ohne Gefahr von Vorhaltungen zu schw\u00e4tzen oder, wie es im Italienischen genannt wird, zu \u201c<em>chiacchierare<\/em>\u201d.<br \/>\n In einigen Gegenden Italiens ist dieses Geb\u00e4ck in Anlehnung an die jeweiligen Mundarten unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt. In der Toskana \u201cCenci\u201d oder \u201cDonzelle\u201d, in der Emilia-Romagna \u201cFrappe\u201d oder \u201cSfrappole\u201d, im Trentino \u201cCrostoli\u201d und im Veneto \u201cGalani\u201d.<\/p>\n<p>Gleiches gilt auch f\u00fcr die Krapfen, die je nach regionaler Tradition in verschiedenen Varianten zubereitet werden. Die wohl bekanntesten sind die \u201c<strong>venezianischen<\/strong>\u201d <strong>Fritoe<\/strong> mit Hartweizengrie\u00df, Sultaninen und Pinienkerne, das nationale Geb\u00e4ck bereits zur Zeit der Republik Venedig Serenissima. In Sizilien hei\u00dfen die mit Honig und Zimt zubereiteten Krapfen noch heute \u201c<strong>Sfincitelli<\/strong>\u201d, in Ligurien sind die <strong>Kastanienkrapfen<\/strong> aus der Karnevalszeit einfach nicht weg zu denken, w\u00e4hrend im Trentino die <strong>Apfelkrapfen<\/strong> einfach zur Tradition z\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Sitten und Br\u00e4uche haben sich mit der Zeit zwar gewandelt, doch nach wie vor feiert Gro\u00df und Klein den Karneval ausgelassen mit Spielen, Scherzen und insbesondere mit vielen Leckereien.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das farbenpr\u00e4chtigste und am\u00fcsanteste Fest des Jahres steht vor der T\u00fcr: Karneval mit seinen Masken, Scherzen und Leckereien. 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